Sept.2013

Keine Molche mehr am Groner Tor!

Medien-Information vom 13. 06. 2018

Stadt & Planung Göttingen e.V. fordert Konsequenzen aus Laich-gewässer-Zerstörung

Aus der Zerstörung des Laichgewässers am Groner Tor und des vollständigen Auslöschens der dortigen Population der streng geschützten Berg- und Teichmolche sind nach Ansicht von Stadt und Planung e.V. Konsequenzen zu ziehen.

Die Behauptung der Universität, Molche könne man problemlos umsetzen, entbehrt jeder fachlichen Grundlage. Laut Uni-Sprecher Roman Bielke (Göttinger Tageblatt 6.5.2018) seien die Molche von "Zoologen und Biologen der Universität" umgesetzt worden. Nach Informationen, die Stadt und Planung e.V. vorliegen, wurden hingegen ungeschulte Angestellte mit der Aufgabe beauftragt, die Tiere schlichtweg irgendwo auszusetzen, ohne jegliche fachliche Anleitung. Die Angestellten setzten sie einfach in Teiche im Alten Botanischen Garten aus, wo bereits stabile Molchpopulationen leben. Offenbar ist dies inzwischen bei der Polizei angezeigt worden, strafrechtliche Ermittlungen scheinen bereits eingeleitet worden zu sein.

Die Molche wurden nicht nur vorsätzlich an einen anderen Ort gebracht, was nach dem Bundesnaturschutzgesetzt ohne eine ausdrückliche Genehmigung nicht erlaubt ist.

Es standen bei der Aussetzung zudem wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund: Die Molche waren ökonomischen Erwägungen im Zusammenhang mit der Forum-Wissen-Planung im Weg, und die Anlage eines neuen Teiches hätte Geld gekostet, das das Budget der Universität belastet hätte.

Anders ausgedrückt: die Universität will in ihrer Eigenschaft als gewerblicher Betrieb Geschäfte machen, deswegen mussten die Molche dort entfernt werden.

Wer 150 Molche in einem Lebensraum aussetzt, in dem bereits Molche leben, bewirkt zunächst eine starke Dezimierung oder einen Zusammenbruch der Beutetierpopulationen - woraufhin dann ein Zusammenbruch der Molchpopulation folgt. Nach einiger Zeit wird die Zahl der verhungerten Molche 150 überschreiten. Genau aus diesem Grund ist es gesetzlich verboten, Amphibien in einem bereits besiedelten Lebensraum auszusetzen.

Erst nach einigen Jahren wird sich der Bestand im Alten Botanischen Garten wieder erholt haben und es werden dort genauso viele Molche leben wie vorher. Im Klartext heisst das nichts anderes, als dass die Universität die Molchpopulation am Groner Tor vollständig und ersatzlos ausgelöscht hat.

Die Aussage der Universität, die noch nicht geschlechtsreifen Molche würden in der Regel nicht zu ihrem Ursprungsgewässer zurückkehren, ist zwar richtig. Allerdings wurden keine solchen Tiere am Groner Tor eingefangen, sondern nur die geschlechtsreifen Tiere auf ihrer Wanderung zum Laichgewässer.

Bergmolche orientieren sich zum Auffinden ihres Laichgewässer am Magnetfeld der Erde und am Nachthimmel. Diese Tiere werden im Frühjahr 2019 versuchen, zum Groner Tor zu kommen, was kein Tier überleben wird - und wenn, dann ist das Laichgewässer weg.

Teichmolche sind zur Orientierung auf bekannte Strukturen in der Umgebung des Laichgewässers angewiesen. Finden sie diese nicht, irren sie orientierungslos herum, können sich nicht vermehren, und sterben ebenfalls.

Stadt und Planung e.V. hatte im Jahr 2015 mit Universität und Sparkasse Verhandlungen geführt, deren Ergebnisse Sparkassenleiter Rainer Hald in der Neujahrsansprache im Januar 2016 in der Stadthalle bekanntgab: Die Universität hatte den Erhalt des Laichgewässers zugesagt.

Der Freiraumwettbewerb Groner Tor wurde von der Universität, der Stadt und EBR Immobilien gemeinsam ausgeschrieben, die Universität konnte somit direkt die Bedingungen diktieren. Ihre Zusage hat die Universität nicht eingehalten. Sie unterschrieb eine Wettbewerbsausschreibung, die die ersatzlose Zerstörung des Laichgewässers vorsah.

Vorwürfe erhebt Stadt und Planung e.V. auch gegen die Untere Naturschutzbehörde UNB.

Diese Behörde hätte zunächst auf die dem Stadtrat vorgelegte Freiraumplanung Einfluss nehmen und das Molchhabitat schützen müssen. Hierbei hätte sie darauf drängen müssen, für die Amphibien im Rahmen des Freiraumwettbewerbes ein geeignetes Laichgewässer einzuplanen.

Nach der Verabschiedung der Wettbewerbsbedingungen im Rat hätte die UNB erkennen müssen, dass das Laichgewässer verschwinden wird. Sie hätte die Universität informieren müssen, unter welchen Bedingungen eine Ausnahmegenehmigung zum Umsetzen der Molche ausgestellt werden könne. Die Verantwortlichen der Universität schien es noch nicht einmal interessiert zu haben, dass dafür eine Ausnahmegenehmigung erforderlich ist.

Dass die UNB untätig bliebt, lässt sich möglicherweise damit erklären, dass die Stadt selbst den Freiraumwettbewerb Groner Tor mit ausgelobt und die UNB offenbar zum Stillschweigen gedrängt hatte. Stadt und Planung e.V. fordert als Konsequenz aus den Vorgängen die Ausgliederung der UNB aus dem Baudezernat.

" Die UNB agierte schon öfters als ein willfähriges Organ des Baudezenats. Vernünftigerweise müsste die UNB deshalb im Kreishaus angesiedelt werden, damit sie der Stadt gegenüber nicht mehr weisungsgebunden ist"., so Uwe Scheibler, zweiter Vorsitzender.

Albaniplatz

Das FFH-Gebiet Nr. 138, der Göttinger Wald, gilt in seiner jetzigen Ausprägung als ein...

weiterlesen

Göttinger Wald

Stadt & Planung Göttingen e.V. fordert wirksamen Naturschutz für den Göttinger...

weiterlesen

Leinekanal

Weg am Leinekanal: Keine unnötige Versiegelung Appell an Verwaltung zur Überprüfung...

weiterlesen

Lebensraumzerstörung

Stadt & Planung Göttingen e.V. fordert Konsequenzen aus...

weiterlesen

Politik zerstört unsere Lebensgrundlagen!

Stadt Göttingen verbraucht Ackerland im Rekordtempo. 35 Hektar bestes Ackerland wollen die...

weiterlesen

Noch mehr Wohnen am Nonnenstieg statt Diversifizierung

Investorenwünsche für Verwaltung wichtiger als öffentliche Interessen. Die einseitige...

weiterlesen

Goldgräberstimmung bei Wind-Investoren und Kommunen

Auch Windenergie muss gesetzeskonform geplant werden. Unter dem Deckmantel der Energiewende versucht...

weiterlesen

Stadt versteckt Baudenkmal Lokhalle

Baudenkmäler müssen auch von aussen erlebbar sein. Der Verein Stadt und Planung...

weiterlesen

Übersicht verschaffen statt Geld verschwenden

Viel Geld wird den Steuerzahler die neue Runde im Eiertanz der Parteien um die...

weiterlesen

Geheime Beschlüsse zur Stadtentwicklung mit fatalen Folgen

Stadtundplanung rügt den Rückfall der Politik in selbstherrliche Zeiten. Die jüngsten...

weiterlesen

Brauchen wir diese Sparkasse noch?

Medien-Information vom 20.09.2006. Die Sparkasse Göttingen hat erneut die öffentlichen...

weiterlesen

Gute Luftqualität ist ein Standortfaktor!

Medien-Information vom 18. 04. 2006. Soll Göttingen künftig als Universitätsstadt mit...

weiterlesen

Neue Qualität durch mehr Wettbewerbe!

Medien-Information vom 08. 02. 2006.Weltweit ist Göttingen zwar immer noch als...

weiterlesen

„... denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Medien-Information vom 16. 01. 2006. Ohne Rücksicht auf Verluste lassen Politik und Verwaltung...

weiterlesen

Denkmalpflege und Denkmalschutz in der Stadt Göttingen

Anfrage an die Stadtverwaltung Göttingen vom 08. 12. 2005. 1. Von zentraler Bedeutung für...

weiterlesen

Leine entwickeln, nicht versenken!

Medien-Information vom 19. 11. 2005. Auf einem Leine-Spaziergang plädierte der Architekt Jochen...

weiterlesen

Neue Mitte Stadtbadareal: ECE droht weiter!

Medien-Information vom 20.08.2005. „Wo bleibt der vom Rat beschlossene Workshop und weshalb...

weiterlesen

Stadtbadareal: Sparkasse muss mitmachen!

Medien-Information vom 22.06.2005. „Das Allgemeinwohl ist mehr als ein maximaler...

weiterlesen

Mehr Bäume braucht unsere Stadt!

„Göttingen braucht mehr Bäume und mehr Verständnis für diese...

weiterlesen

Stadtqualität von morgen braucht heute Investition

Medien-Information vom 04.06.2004. „Göttingen braucht dringender denn je kompetente Leute...

weiterlesen

Göttinger Fussgängerzone entwickeln statt asphaltieren

Verein „Stadt und Planung“ fordert neues Planungsleitbild für die Altstadt. Vor...

weiterlesen

Chance für zukunftsfähige Entwicklung im Gutingi-Viertel vertan

Chance für zukunftsfähige Entwicklung im Gutingi-Viertel vertan –...

weiterlesen

Fragen zu Lünemann

Fragen über Fragen zu Lünemann anstelle verlässlicher Antworten. Pressemitteilung vom...

weiterlesen

Göttinger Fussgängerzone

Göttinger Fussgängerzone entwickeln statt kaputtbauen. Pressemitteilung vom 24.03.2003....

weiterlesen

Altes Stadtbad

Öffentliche Diskussion über Altes Stadtbad. Verein Stadt+Planung will vor Verkauf erst...

weiterlesen

Stadt verpasst städtebauliche Chancen (29.11.2002)

Verein Stadt+Planung setzt auf Konzepte. Pressemitteilung vom 29.11.2002. „Wer nur ans...

weiterlesen

Kaufland-Projekt (12.11.2002)

Kaufland-Projekt passt wie Faust auf´s Auge. Verein Stadt+Planung verlangt Gutingi-Viertel...

weiterlesen