Das Kunstobjekt Möbus

Die zweite Unterwerfung der Göttinger Bürgerinnen?

Noch war nicht Weihnachten - und trotzdem erhielt die Stadt Göttingen schon ein Geschenk, ein Kunstobjekt im Wert von fast einer halben Million Euro!
Sockel ohne Reiter
Das Modell des Sockels ohne Reiter vor dem Firmengebäude eines der Stifter (Bild: Scheibler).

480´000 € sind kein Pappenstiel und alle Tage bekommt keiner ein Geschenk in dieser Preisklasse, und schon gar nicht ohne irgendwelche Gegenleistungen. Anlass genug also, um diesen Vorgang vor einem Entscheid genau zu überdenken.
Natürlich gibt es zur Zeit viele wichtigere Dinge in der grossen Politik, die Vorgänge um das Objekt mit dem fehlenden Reiter zeigen allerdings wichtige Mechanismen in unserer Stadtentwicklung auf. Ein genauerer Blick hinter die Kulissen lohnt sich deshalb.

Einige Überlegungen und elf sich aufdrängende Fragen zum seltsamen Vorgehen der Göttinger Verwaltung und des Rates der Stadt bei der Annahme eines seltsamen Geschenkes durch eine indirekte Schenkung der Niedersachsenstiftung mit steuerfreien Zuwendungen von Investorinnen.

Übersicht

Das Kunstobjekt Möbus: Kniefall der Stadt Göttingen vor Investoren?

A. Schenkung

B. Finanzen

C. Standortkriterien und städtebaulicher Kontext

D. Kunstkritik

E. Stifterinnen und Stiftungsgründe

F. Demokratie und Bürgerbeteiligung

FAZIT

11 Fragen

Das Kunstobjekt Möbus:
Kniefall der Stadt Göttingen vor Investoren?

Am 1. November 1837 hob der neue Hannöversche Regent Ernst August I. in einem restauratorischen Akt das erst 1833 von seinem Vorgänger und Bruder Wilhelm IV. eingerichtete Staatsgrundgesetz einer konstitutionellen Monarchie auf und regierte fortan wieder nach absolutistischer Weise. Am 14. November forderte er von allen
Staatsangestellten einen Eid auf die wieder hergestellte absolute Monarchie.
Gegen diese anti-liberalen Akte protestierten am 18. November sieben Professoren der Universität Göttingen mit einem Schreiben an den König. Mehrere hundert Studenten und einige weitere Professoren unterstützten diese Haltung und verteilten Flugblätter. Aber bereits wenige Tage später übergaben der Prorektor und vier Dekane dem König eine Huldigungsadresse, in der sie sich von der Aktion ihrer Kollegen distanzierten und sie verurteilten. Wiederum einige Tage später entliess der König die sieben Professoren und verwies drei von ihnen des Landes.

Das Verhalten der bald „Göttinger Sieben“ genannten Ordinarii galt bald als vorbildliches bürgerschaftliches Engagement und wurde oft als Beispiel von Zivilcourage zitiert. Da mit einem solchen persönlichen Verhalten ein erhebliches Risiko verbunden war, muss der Mut dieser Sieben durchaus gelobt werden. Und ihre Aktion hatte dann für die Unterzeichner auch unerfreuliche Folgen, unter denen sie teilweise jahrelang zu leiden hatten.

Kunstwerke, welche als Denkmäler an diese Aktion erinnern, stehen beim Niedersächsischen Landtag (Bronzeskulptur von Florian Bodini; Auftrag des Landes Niedersachsen) und auf dem Zentralcampus der Uni Göttingen (Stahlziffern von Günther Grass; gestiftet von Herrn G. Grass und dem Steidl-Verlag).

Das umstrittene Objekt ist eine Installation der Objektkünstlerin Christiane Möbus, welche diese Idee als Beitrag 1994 für den Wettbewerb des Landes Niedersachsen für ein Kunstwerk zum Gedenken an die Göttinger Sieben am Landtagsgebäude einreichte (Gewinner war damals Florian Bodini). Als Standort schlägt sie - in Anlehnung an das Original auf dem Bahnhofsplatz in Hannover - den östlichen Bahnhofsvorplatz in Göttingen vor.
Ein Sprichwort meint zwar „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“, das kann aber auf den hier vorliegenden Fall nicht angewandt werden. Den „Gaul“ kann man nämlich, sollte er sich als untauglich als Zugtier oder zum Reiten erweisen, immer noch mit Gewinn schlachten. Mit einem Kunstobjekt geht das leider nicht. Die Angelegenheit weist ganz offensichtlich mehrere, voneinander unabhängige Aspekte auf, nämlich mindestens Schenkung, Stifter, Stiftungsgründe, Finanzen, Standortkriterien und städtebaulicher Kontext, Kunstkritik, Demokratie und Bürgerbeteiligung, die wir hier im Einzelnen versuchen darzulegen.

A. Schenkung

Die Stadt Göttingen weist mit dem „Platz der Göttinger Sieben“, mit der Stahlskulptur von Günther Grass, der Gedenktafel in der Aula, der Kopie der Bondini-Skulptur im Eingangsbereich der SUB und den an die einzelnen Göttinger Sieben erinnernden Gedenktafeln an Gebäuden, den Strassen- und Platznamen „Albrechtstrasse“, „Dahlmannstrasse“, „Ewaldstrasse“, „Gervinusstrasse“, „Brüder-Grimm-Allee“ und „Wilhelm-Weber-Strasse“, dazu das „Gauss-Weber-Denkmal“ auf dem Wallvorfeld Bürgerstrasse sowie mit den gut erhaltenen und wohl gepflegten Grabstätten von Heinrich Ewald und Wilhelm Weber eine Vielzahl an Erinnerungsorten und Denk-Orten auf. Der Behauptung des Geldgebers Büchting über das Verhältnis der Bürgerinnen zu den Göttinger Sieben: „Seit 200 Jahren haben die Göttinger ihrer nicht gedacht, ...“1 fehlt jede Grundlage, sie ist schlicht eine Verleumdung der Göttinger Bevölkerung.
Angesichts der vielen Erinnerungsorte an die Göttinger Sieben zeigt sich, vor dem Hintergrund der vielfältigen Geschichte der Stadt und ihrer zahlreichen Auseinandersetzungen mit den Mächtigen jeder Zeit und den zahlreichen Beispielen von individuellen Beispielen gelebter Zivilcourage, dass zu allen Zeiten immer wieder beispielhafte Aktionen stattgefunden haben. Es wäre deshalb eher die Frage angebracht, ob eine zusätzliche Konzentration auf die Göttinger Sieben nicht die historische Sicht viel eher verzerrt als erhellt.
Ein Defizit und eine Notwendigkeit einer zusätzlichen Erinnerungsaufforderung kann somit nicht hergeleitet werden. Im Gegenteil, es besteht die Gefahr einer reinen Alibi-Aktion durch eine Wiederholung von schon vielfach Vorhandenem.

Seit Jahrzehnten leidet die Stadt Göttingen an einer strukturellen Unterfinanzierung, die zu erheblichen Streichungen von so genannt freiwilligen Leistungen in den Bereichen Umwelt, Bildung, Kultur und Soziales führt. So werden seit einigen Jahren zum Beispiel bei der Pflege des städtischen Baumbestands, bei der Denkmalpflege, und beim Naturschutz nicht einmal mehr die Minimalaufwände zur Bestandserhaltung geleistet, es fehlen in erheblichem Ausmass geeignete Räume für Kultur- und Bildungseinrichtungen und die notwendigen Unterstützungen für Integrationsarbeit, ganz zu schweigen von fehlenden Finanzmitteln für zukunftsfähige Konzepte und eine Bürgerbeteiligung in diesen Bereichen.
Eine Summe von 480´000 € könnte die Stadt Göttingen sehr gut gebrauchen und mit grossem Gewinn in publica commoda einsetzen.

Im Verlaufe der letzten 20 Jahre sind die öffentlichen Räume in der Stadt, insbesondere im Citybereich, weniger und die noch bestehenden wegen einer zunehmenden Kommerzialisierung enger geworden. Dasitzen, Flanieren und Zusammenstehen ohne Konsumation wird immer schwieriger.
Das Kunstobjekt würde auf dem Bahnhofsvorplatz den schon knappen öffentlichen Raum weiter einengen.

Ein Geschenk wird im allgemeinen gemacht, um einem anderen eine Freude zu bereiten. Das setzt voraus, dass die Schenkende sich in die Lage der zu Beschenkenden einfühlt und etwas Passendes bastelt, aussucht oder aus dem eigenen Besitz hergibt. In der letzten Zeit werden allerdings immer öfter Geldgeschenke oder Gutscheine eingesetzt - wohl weil das Einfühlen so viel Zeit und Anstrengung kostet.
Und ausserdem gibt es heutzutage bei fast allen Geschenken eine Umtauschmöglichkeit, die dann meist doch noch zum erhofften Schenkungserfolg führt.
Warum wohl haben sich die „edlen Spenderinnen“ auf der Suche nach einem geeigneten Geschenk nicht von den dringenden Bedürfnissen der Stadt leiten lassen? Denn Umtauschen lässt sich der steinerne Koloss nicht.

Am 22.05.2014 tauchte der Vorschlag erstmals - und wie üblich „alternativlos“ formuliert - auf der Tagesordnung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft auf, einige Tage davor zum ersten Mal in den Medien. Bereits acht Wochen später entscheidet der Rat definitiv und genau nach der Vorlage der Verwaltung.
Der Beschluss des zuständigen Ausschusses zeigt mit dem Stimmenverhältnis von mit 4 Ja, 1 Enthaltung und 3 Nein und der Ratsbeschluss vom 18. Juli 2014 mit 22 Ja, 1 Enthaltung und 19 Nein recht deutlich die Ratlosigkeit der Gremien auf. Nach den Informationen, die über diese Abstimmungen in die Öffentlichkeit gelangten, wurden die Abgeordneten innerhalb ihrer Fraktionen teilweise erheblich unter Druck gesetzt. In der Verwaltungsvorlage fehlten auch wesentliche Informationen und zudem gab es keine Standortalternative.
Zu denken geben müsste auch das Drängen während der Ausschusssitzung von Geldgeber Büchting auf einen schnellen Beschluss, da der vorgesehene Granit nur noch bis Ende Mai gebrochen werden könne und ein Votum von Frau Möbus, nicht die Bevölkerung zu befragen, sondern rasch den Rat der Stadt entscheiden zu lassen.
Der Rat der Stadt Göttingen hat sich unter starkem Termindruck und bei unvollständigen Entscheidungsgrundlagen (z.B. keine Kostenangaben) nur mit einer knappen OB-Mehrheit für diesen Schenkungsakt ausgesprochen. Und das bedeutet: Bei diesem „Geschenk“ kommt offenbar noch nicht einmal bei den Politikerinnen Freude auf.

1 Zitatquelle: Göttinger Tageblatt vom 26.07.2014

B. Finanzen

Bisher ist nur der Auftragswert für das Kunstobjekt bekannt, nämlich 480´000 €. Die Vorbereitungskosten, die Kosten der Aufstellung und die jährlich entstehenden Unterhaltungskosten sind nicht bekannt.
Das Geld für das Kunstobjekt stammt aus den Finanzen einer Gruppe von Geberinnen. Namentlich bekannt sind bisher Dr. A. Büchting2, Prof. H.-G. Näder3 , T. Böttger, RA J. Beyer, G. Baum-Beyer4, Chr. Freudenstein-Arnold und Prof. M. Schumann, welche sich selber als „Bürgerinitiative“ bezeichnen.
Die Geberinnen haben sich verpflichtet, die o.g. Summe zweckgebunden an die Niedersachsenstiftung zu überweisen, diese erteilt dann der Künstlerin den entsprechenden Auftrag und schenkt das fertige Kunstobjekt der Stadt Göttingen. Mit enthalten ist dabei eine Stele, auf das Objekt erläutert wird und die Namen der Geberinnen verewigt sind.
Bei Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen - wie auch die Niedersachsenstiftung eine ist - erhalten die Zuwenderinnen eine Spendenbescheinigung und müssen dann diese Summen nicht versteuern (bis 20 % der Einkünfte können so eingesetzt werden). Damit gehen in Deutschland dem Fiskus jährlich erhebliche Summen verloren. Und bei der gegenwärtigen Verteilung der Vermögen (10 % der Bevölkerung verfügen über mehr als ¾ des Gesamtvermögens, während 50 % kein Vermögen oder sogar Schulden haben) können sich nur vermögende Personen entsprechende Zuwendungen leisten. Damit läuft ein Teil der Umverteilung von unten nach oben auch über Stiftungen. Meistens können die Zuwenderinnen dann auch in nicht unerheblichem Ausmasse die Zwecke der Stiftungszuwendungen bestimmen, während die offizielle Politik nichts zu sagen hat. Insgesamt wird also dem Staat Geld nicht zugeführt, über das nach demokratischen Regeln bestimmt würde, zudem können die Zuwenderinnen in autokratischer Weise auch noch den Zweck ihrer „Spende“ selbst bestimmen und sich für dieses unsoziale Verhalten in den Medien loben lassen. Wenn einer Einrichtung ein bestimmter Betrag für einen bestimmten Zweck übergeben wird, dann muss diese Einrichtung für verschiedene Kosten selber aufkommen.
Angestellte wenden Arbeitszeit für die Bearbeitung auf, Finanztransaktionen müssen durchgeführt werden, es entstehen Werbungskosten und so weiter. In einem solchen Falle beanspruchen Zuwenderinnen einer gemeinnützigen Stiftung Erträge dieser Einrichtung für die Bearbeitung ihrer Aktion, welche sie sonst selbst hätten tragen müssen.
Die hier gewählte Finanzierungskonstruktion weist theoretisch Möglichkeiten in Richtung Steuervergünstigung und Inanspruchnahme gemeinnütziger Gelder für private Zwecke auf.

Von den konkret mit der Aufstellung des Objekts verbundenen Kosten ist nichts bekannt. Das sind beispielsweise die Kosten für das Modell, die Dokumentation, die Aufwendungen der Stadtverwaltung für Voruntersuchungen inkl. Vermessungen bei der Standortfindung5, die Erstellung von Vorlagen für den Rat der Stadt und für Ausschüsse, die Abklärungen der der zulässigen Belastung an den in Frage kommenden Standorten, Abklärung planungs- und baurechtlicher, sicherheitstechnischer und versicherungsrechtlicher Fragen, die Durchführung oder Beauftragung der Fundamentierungsarbeiten und der konkreten Aufstellung.
Eine Aufstellung an einem solch exponierten Standort hätte nach aller Erfahrung erhebliche jährliche Zusatzkosten für Müllentsorgung um den Sockel, die Entfernung von auf der Konsole deponierter Objekte jeglicher Art, die Reinigung der Oberflächen von mit Sicherheit zu erwartenden Graffiti und dem ganz normalen Unterhaltungsaufwand zur Folge6. Im Ratsbeschluss heisst es dazu allerdings nur lapidar: „Die Stadt Göttingen übernimmt die Fundamentierungsarbeiten und die baulichen Unterhaltungskosten.“
Damit ist also noch nicht einmal der wahre Preis der Schenkung bekannt, geschweige denn der Wert für die Stadt Göttingen. Die jährlich entstehenden Unterhaltungskosten könnten einen erheblichen Umfang annehmen und müssen von der „beschenkten“ Stadt übernommen werden.

2 Aufsichtsratsvorsitzender und Mehrheitsinhaber KWS (Entwicklung u. Verkauf von Gen-Mais), Stiftungsausschuss Uni Göttingen, Beiratsmitglied der Deutschen Bank
3 Aufsichtsratsvorsitzender Otto-Bock-Holding, Vorsitzender Südniedersachsen-Stiftung, Ehrenmitglied Uni Göttingen, geschätztes Vermögen über 1 Mia. $
4 Immobilienmaklerin, Mitinitiantin des Göttinger Schenkkreises
5 Beispiel: Am 12.08.2014 waren mindestens 6 städtische Angestellte während 3 Std. anwesend, das ergibt mit einer Vorbereitungszeit von 1 Std. rund 24 Std. zu 100 € plus An- u. Abfahrtskosten 2500 €.
6 Ein Vergleich: Die Vorlage FB61/714/09 zur Benennung des Jochen-Brandi-Platzes beim Westausgang des Bahnhofs enthielt mit der Summe von 1100 € ganz korrekt eine genaue Bezifferung der Kosten der Strassenschilder und der Aufstellung.

C. Standortkriterien und städtebaulicher Kontext

Ein solches Objekt kann nicht überall, bzw. irgendwo aufgestellt werden, es muss also Kriterien für geeignete Standorte geben. Als solche kommen in Frage:

- Thematischer Bezug: Die Grass´sche Skulptur steht auf dem zentralen Platz der Geisteswissenschaften und weist damit - völlig unabhängig von einer kunstkritischen Betrachtung - in beispielhafter Weise einen direkten und räumlichen Bezug zur Universität auf. Damit stellt dieses Objekt eine ständige Erinnerung an die jämmerliche Reaktion der damaligen Universitätsleitung und eine ständige Aufforderung zur Zivilcourage an alle Angehörigen der Universität heute dar. Gleiches könnte gelten, wenn als Standort für den reiterlosen Sockel der Bahnhofsplatz in Hannover ausgesucht worden wäre. Als gegenseitige Kontrapunkte könnten dann die beiden Skulpturen das angezielte Spannungsverhältnis genauer ausdrücken. Auf dem Bahnhofsplatz in Göttingen hingegen ist kein solcher Bezug auszumachen, die Künstlerin spricht vage von „ähnlich wie in Hannover“. Während aber die Hannöverschen seit dem frühen Mittelalter immer Fürsten in ihren Stadtmauern duldeten, jagten die Göttinger den letzten Feudalherrn bereits 1387 aus der Stadt, führten immer wieder Fehden gegen übergriffige Fürsten und ertrotzten 1831 die ersehnte Stadtverfassung.
Ein „via Bahnhofsplatz Hannover“ konstruierter Bezug wirkt oberflächlich und verhindert die Lesbarkeit. Der historische Bezug ist falsch und wird dem damaligen Spannungsverhältnis nicht gerecht.

- Publikumsverkehr: Ein Denk-Mal macht vor allem dort Sinn, wo viele Menschen vorbei kommen und ausreichend Raum vorhanden ist. Allerdings ist hier zu beachten, dass mensch dann auch noch Zeit haben muss, denn Denken und Nachdenken erfordern dies. Nun weist der östliche Bahnhofsvorplatz zwar sehr viel Publikumsverkehr auf, allein, Zeit haben die Leute da selten. Und zudem sind es zu 90 % jeden Tag immer dieselben Pendlerinnen, welche gehetzt über den Platz wetzen.
Der vorbestimmte Standort ist für den angepeilten Zweck ungünstig.

- Unterstützung der Lesbarkeit durch Kontext: Der räumliche und der kultur-historische Kontext, in dem ein Objekt steht, beeinflussen dessen Lesbarkeit. Da die Göttinger Sieben noch nicht mit der Bahn fahren konnten (der Bahnhof und die Bahnstrecke nach Hannover wurden erst 1854 eröffnet) und optische Bezüge zur Stadt oder zur Universität vom künftigen Standort ebenfalls nicht auszumachen sind, fehlt diese Unterstützung für den Standort Bahnhofsplatz.
Da eine kontextuelle Unterstützung fehlt, müssten sämtliche Bezüge hilfsweise textlich erläutert werden.

- Bestehende Qualitäten nicht beeinträchtigen: Es versteht sich von selbst, dass bei einer Aufstellung im Aussenbereich vorhandene architektonische und städtebauliche Qualitäten und Sichtbezüge nicht beeinträchtigen darf. Im vorliegenden Falle würden aber schon die Ausmasse des Kunstobjekts zu einer optischen Verengung eines sowieso schon zu kleinen Platzes, zu einer teilweisen Verdeckung der Sicht auf das historische Bahnhofsgebäude und - in umgekehrter Richtung - zu einer teilweisen Verdeckung der Sicht auf die Pergola und noch stärker auf die Altstadt. Da man die Bereiche hinter dem Objekt jeweils nicht einsehen kann, wird es zu einem Verlust an Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden kommen, man muss dort „auf der Hut“ sein. Die Qualität des Platzes mit den seitlichen Bankreihen und der abschliessenden Pergola ist auf den freien Raum angewiesen und würde durch einen Sockel von über 40 Kubikmetern massiv herabgesetzt.7
Das Kunstobjekt würde am vorgesehenen Standort eine massive städtebauliche Störung darstellen und das notwendige Umfeld des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes beeinträchtigen.

- Keine Störung betrieblicher Abläufe: Der östliche Bahnhofsvorplatz ist schon verhältnismässig klein und hat neben seiner gestalterischen Qualität vor allem die Aufgabe, die Bahnbenutzerinnen auf einfachste, schnellste und störungsfreie Weise ein- und auszuleiten. Dafür ist der freie Raum unabdingbar. Bereits die seitlichen Bänke sind für die etwa 20´000 Personen, die hier täglich diese Bahnhofseite nutzen, sehr hinderlich. Zusätzliche Hindernisse - und hier geht es immerhin um mindestens 20 Quadratmeter8 - würden eine erhebliche Einbusse in der Benutzung des Platzes bedeuten.
Der tägliche Pendlerverkehr würde erheblich gestört.

7 Hier sei daran erinnert, dass bei der Einrichtung des Radweges westlich zur Berliner Strasse keine bauliche Veränderung wegen des Urheberschutzes zulässig war.
8 Die Grundmasse plus 1 Meter Abstand plus den Bereich um die Stele.

D. Kunstkritik

Da es sich hier um eine Schenkung an eine Stadt und mithin also auch an die Bürgerinnen dieser Stadt handelt, muss eine kritische Würdigung erlaubt sein.

Beim Entwurf handelt es sich einen Wettbewerbsbeitrag von Christiane Möbus für eine Erinnerung an die Göttinger Sieben beim Niedersächsischen Landtag in Hannover aus dem Jahre 1994. Dieser damals nicht prämierte Beitrag soll nun eins zu eins auf den Bahnhofsvorplatz in Göttingen versetzt werden.

Der künstlerische Wert resultiert aus zwei Überlegungen der Autorin:
Erstens soll damit eine ironische Brechung der obrigkeitshörigen Unterwerfungsadresse des „Volkes“ auf dem Original erreicht werden. Dazu wäre zu bemerken, dass das Reiterstandbild von Ernst August I. hauptsächlich vom Fürstenhaus selber finanziert und die geplante Ausführung mangels Spenden massiv gekürzt werden musste. Die aufgerufenen Bürger spendeten wohl deshalb nur zögerlich und ungern, weil der Fürst eben nicht gerade beliebt war. Zudem liegen die heutigen Machtverhältnisse auf ganz anderen Ebenen als zur Zeit des restaurierten Absolutismus.
Damit muss der Bezug zum Original und auch die vorgeschlagene Inschrift als historische Aussage relativiert werden und eignet sich nicht besonders, um ein nur vermeintlich obrigkeitshöriges Verhältnis von Volk und Fürst zu kritisieren und schon gar nicht, um auf aktuelle Machtverhältnisse aufmerksam zu machen, der historisch falsche Bezug verleitet eher zum Gegenteil.

Zweitens soll mit der Hinzufügung des Namens der Autorin zu den Göttinger Sieben ein Bezug zur heutigen Zeit erfolgen und das damalige Demokratieverständnis weiter getragen werden. Das ist denn doch starker Tobak: Die Autorin stellt sich also unverfroren in eine Reihe mit Personen, die unter grossem persönlichem Risiko eine konsequent oppositionelle Haltung beibehalten haben. Während aber die Göttinger Sieben dafür mit ihrer Entlassung und teilweise mit Verbannung bezahlten, kassiert die Autorin ohne jegliches Risiko 450´000 € (Auftragssumme minus 30´000 € für die Herstellung). Wo ist da eine Verwandtschaft auszumachen?
Abgesehen davon hat sich das Verständnis von Demokratie und Freiheit seit 1837 wesentlich weiter entwickelt - auch gegenüber demjenigen der Göttinger Sieben! - und eine Bezugnahme auf damalige Vorstellungen wäre heute gar nicht mehr zeitgemäss, während das Vorbild der Zivilcourage bestehen bleibt.
Weiter wäre die Überlegung der Autorin zu hinterfragen, ob ein Appell an „Normalbürgerinnen“ mit dem leuchtenden Vorbild der Göttinger Sieben überhaupt Erfolg haben kann. Jeder vernünftige Mensch wir sich wohlweislich überlegen, ob er derart drastische Reaktionen provozieren wollte. Ein solcher Appell stellt ganz einfach eine Überforderung dar - Helden sind nun mal selten - und stellt sich damit eher als Instrument zur Machterhaltung heraus.
Die Hinzufügung des Namens der Autorin ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die Zivilcourage gezeigt haben, denn anstatt für etwas mit persönlichen Nachteilen einzustehen, lässt sich die Autorin von den heute Mächtigen dafür fürstlich bezahlen.

Das Fehlen des auf dem Sockel erwarteten (Reiter-)Standbilds soll symbolisieren, dass die Göttinger Sieben zur Abschaffung der Monarchie beigetragen hätten. Das ist schon deshalb nicht richtig, weil die Monarchie des Königreichs Hannover erst durch die militärische Niederlage 1866 gegen Preussen endete, also fast 30 Jahre später. Ebenfalls widerspricht dem auch die Widmung, denn die sieben Professoren haben keinesfalls die Meinung „Weg mit der Monarchie“ vertreten, sondern hatten damals eine klare Vorstellungen einer liberaler organisierten Gesellschaft (die allerdings nota bene in der Form einer konstitutionellen bis parlamentarischen Monarchie wenig mit modernen Vorstellungen einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft zu tun hatten!). Wenn schon, dann müsste auf dem Sockel also konsequenterweise eine in irgendeiner Art und Weise materialisierte Form dieser positiven Gedanken - und nicht nur eine Leerstelle - vorhanden sein.
Damit weist dieses Kunstobjekt an der entscheidenden Stelle ein Defizit auf, es ist nicht wirklich durchdacht.

Auf der Oberfläche der das Kunstobjekt oben abschliessenden Plinthe aus Bronze sind einige Abdrücke von Pferdehufen eingelassen. Wegen der Höhe des Objekts von 4 Metern sind diese natürlich sowohl für Vorbeieilende als auch für davor Stehenbleibende nicht sichtbar.
Die Aussage der Plinthengestaltung - wenn es denn überhaupt eine schlüssige Aussage geben sollte - kann damit gar nicht zur Wirkung kommen.

Die Aktion der Göttinger Sieben hatte vornehmlich mit ihrer politischen, konsequent liberal ausgerichteten Gesinnung zu tun. Also nicht mit ihrer, in dieser Hinsicht zufälligen, Anstellung an der Universität oder mit der ebenso zufälligen Wohnadresse in Göttingen. Deshalb müsste angesichts der Tatsache, dass 1837 von den damals 10´000 Göttinger Bürgerinnen nur sieben opponierten (von den o.g. Studenten und einigen wenigen Professoren) abgesehen), die Ausgangsüberlegung der Autorin eher zu einem Denk-Mal an die „Göttinger Neuntausendneunhundertunddrei“ führen. Ein solches fehlt tatsächlich!
Unter ein solches Mahnmal wäre dann auch die Anfügung des Namens der Autorin durchaus angebracht. Ein solcher Appell im Sinne von „Macht mit, organisiert Euch selbstbestimmt und demokratisch!“ würde dann vom Einzelnen etwas Leistbares verlangen und wäre in der konkreten modernen Lebenswelt verankert.
Die Anfangsüberlegung der Autorin müsste konsequenterweise zu einem Mahnmal an die „Göttinger Neuntausendneunhundertunddrei“ führen und dort wäre der Name der Autorin auch stimmig zugeordnet.

Um dem Objekt das Prädikat „künstlerisch wertvoll“ zu verleihen, hat Mitstifter Dr. Büchting bei dem Züricher Kunstprofessor Philip Ursprung eine entsprechende Expertise bestellt. Das Gutachten ist sehr kurz, lässt wichtige, auf der Hand liegende Assoziationen aus und stellt ausschliesslich positive Bewertungen aneinander.
Im Gutachten wird in historisch unkritischer und damit falscher Weise auf die „liberale Verfassung“ von 1833 Bezug genommen. Die für Göttingen viel wichtigere Errungenschaft der Stadtverfassung durch den „Göttinger Aufstand“ von 1831 ist dem Autor möglicherweise unbekannt. Die Tatsache, dass das Original in Hannover eben nicht „vom Volk“ errichtet wurde, wird vollständig ignoriert. Und ein eigentlich zwingender Vergleich der damaligen Situation mit den heute viel komplexeren Machtverhältnissen und eine daraus zu ziehende Schlussfolgerung für die politische Aufgabe des Einzelnen fehlt. Die Interpretation eines „gestürzten Standbilds“ ist seine eigene, persönliche und für die Betrachterin keineswegs in irgendeiner Weise zwingend, denn das gestürzte Objekt bleibt ja unsichtbar.
Dem Hinweis des Autors auf die patriarchalischen Strukturen des 19. Jahrhunderts als offenbar für ihn ausreichenden Bezug für die Ergänzung der Namensliste durch den einer Frau mangelt es ebenso an einer kulturhistorischen Übersetzung in unsere Zeit. Denn genau diese Geste genügt heute nicht mehr, ja, sie verdeckt mit ihrem veralteten Bezug sogar noch jeglichen Hinweis auf die aktuellen Machtverhältnisse, die von totalitärem Konsumismus und einer kapitalistisch-industriellen Wachstumswirtschaft jenseits jeglicher Genderkultur geprägt sind. Und damit entgeht Herrn Ursprung auch der konkrete Bezug zwischen Autorin und Auftraggeberinnen. Dies verwundert allerdings nicht besonders, denn genau hierin befindet er sich als Gutachter in genau derselben Position.
Das Gutachten von Prof. Ursprung ist dürftig, weist falsche Bezüge auf und lässt eine für wissenschaftliche Gutachten geforderte Distanz zum bezahlten Auftrag vermissen.

E. Stifterinnen und Stiftungsgründe


Die Stifterinnengruppe setzt sich, nach einer Formulierung der Niedersachsenstiftung, „aus Persönlichkeiten aus der Stadt und dem Umfeld von Göttingen“ zusammen. Bei einem Geschenk an die Öffentlichkeit sind per definitionem keine individuellen Beziehungen vorhanden, da die Beschenkte sowohl aus einer grossen Menge besteht, nämlich 130´000 Menschen, als auch ein komplex strukturiertes Sozialgebilde darstellt. Es muss deshalb gefragt werden, wer die Stifterinnen sind und welche Motive sie zu dieser Aktion bewegen. Nach der Niedersachsenstiftung ist der Wunsch der Stifterinnen, „die Zivilcourage der Göttinger Sieben auch in der Gegenwart als permanenten Freiheitsappell sichtbar zu machen“.
Wie mehrere der Stifterinnen - gegen ihre eigene Intention? - in zahlreichen Interviews in TV, in Zeitungen und Zeitschriften vermittelt haben, möchten sie gerne dezent im Hintergrund bleiben und hätten deshalb den Umweg über die Niedersachsenstiftung gewählt.
Das hört sich erst einmal ganz gut an, wirkt aber vor dem kommerziellen Hintergrund der Unternehmerinnen, aus denen sich der Stifterinnenkreis zusammensetzt, eher als eine Marketingmassnahme der besonderen Art. Von da ist es nicht weit zur Vermutung, dass hier ein Signal gesetzt werden soll: Leute, diese Stadt soll uns gehören! Es muss aus aller Erfahrung heraus damit gerechnet werden, dass die Stifterinnen von der Stadt die eine und andere Gegenleistung erwarten. Hier wird es wahrscheinlich vor allem um Fragen der Stadtentwicklung, um planungs- und baurechtliche Interessen gehen. Damit dürfte sich die schon vorhandene Unterwürfigkeit von Verwaltung und Politik verstärken, natürlich zulasten der Bürgerbeteiligung.
Durch diese Schenkung wird der „Freiheitsappell“ faktisch geradezu pervertiert und missbraucht. Das Kunstobjekt kann als ein Trojanisches Pferd betrachtet werden, als ein Zeichen dafür, dass die Selbstbestimmung der Bürgerinnen über ihre Stadt zugunsten finanzkräftiger Investoren weiter eingeschränkt werden soll.

F. Demokratie und Bürgerbeteiligung


- Standortauswahl: Ein Beschenkter hat in der Regel selber die Wahl, wo er eine Vase aufstellen oder ein Bild aufhängen möchte. Diese Auswahl hatte die Stadt Göttingen, bzw. der Rat der Stadt nicht.
Das Denkverbot, das mit der vom Stifterinnenkreis verordneten Fixierung auf den Bahnhofsplatz erteilt wurde, deutet auf mögliche Interessen hinter der „reinen Schenkung“ hin.


- Haltung der Autorin: Mit der Annahme, das Original in Hannover würde eine „untertänige Idolatrie9“ darstellen beweist Frau Möbus - eine durchaus weit verbreitete - geschichtliche Unkenntnis. Denn das Reiterstandbild konnte damals nur mit grossen Anstrengungen des Herrscherhauses selber errichtet werden und ist deshalb als Eigenlob der Welfen (und keinesfalls als Kniefall des Volkes) zu verstehen. Des weiteren lässt die Aussage der Autorin, „die Politiker lenken sowohl Niedersachsen als auch unsere Geschicke“ und ihre Ablehnung einer Konsultation der zu beschenkenden Bürgerinnen lässt tief in ein doch eher unterentwickeltes Demokratieverständnis blicken.
Mit ihren Äusserungen zeigt die Autorin ein mindestens recht distanziertes Verhältnis zu aktuellen Auffassungen von Demokratie und ein von ihr gestalteter Appell erscheint daher wenig glaubwürdig. Die Nähe zu dem heute Mächtigen lässt dagegen die Möglichkeit einer Alibi-Aktion wahrscheinlich werden.


In Anlehnung an Laokoon müsste also heute jede demokratisch Gesinnte in Nachfolge der Göttinger Sieben zu diesem Geschenk und zu den Stifterinnen sagen: Timeo opulentes et dona ferentes!

Fazit:
Das Kunstobjekt von Frau Möbus falliert als Kunst und würde als Denk-Mal nichts anderes als die Akzeptanz der Macht der heutigen Mächtigen bedeuten.
Der Standort auf dem Bahnhofsplatz würde das bestehende Bahnhofsgebäude und sein Umfeld in seiner Denkmalwürdigkeit beeinträchtigen und tagtäglich Tausenden von Pendlern im Wege stehen. Wer heute die Göttinger Sieben ernst nimmt und ihnen in der vorgelebten Zivilcourage in zeitgemässer Form nacheifern möchte, wird dieses Pseudogeschenk deshalb „dankend ablehnen“.

9 Idolatrie meint Götzenanbetung, Götzendienst

11 Fragen


Aus den oben ausgeführten Überlegungen ergeben sich die folgenden Fragen an Politik und Verwaltung in Göttingen:

1. Wie wollen Politik und Verwaltung sicher stellen, dass dem Stifterinnenkreis künftig keine Gegengeschenke zulasten der öffentlichen Interessen zugestanden werden?

2. Da der Bahnhofsvorplatz im gültigen FNP in der Kategorie "überörtlicher Verkehr", bzw. 5.1, eingeordnet ist, muss das hier in Rede stehende "Kunst-Denkmal" auf Grund seiner Ausmasse und seiner Funktion als bauliche Anlage gemäss der NBauO einzustufen. Welche planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen müssen für die Genehmigung einer solchen Anlage vorliegen (da das Objekt auch nicht als Nebenanlage gemäss § 14 BauNVO eingestuft werden kann)?

3. Ist für die genaue Standortbestimmung und die Diskussion der mit der Aufstellung verbundenen planungs- und baurechtlichen Belange eine Beratung im Bau- und Planungsausschuss notwendig oder vorgesehen?

4. Wer bezahlt die wohl nicht unerheblichen Vorbereitungskosten, z.B. Modell, Standortsuche, Dokumentation, Vermessung, Abklärung versicherungsrechtlicher Fragen u.ä und auf welche Summen belaufen sich diese?

5. Gemäss Ratsbeschluss vom 17.07.2014 übernimmt die Stadt Göttingen die Aufstellungs- und Fundamentierungsarbeiten. Wie hoch werden diese Kosten veranschlagt und mit welcher Bauzeit ist zu rechnen?

6. Auf Grund vielfacher Erfahrungen mit ähnlichen Objekten an exponierten Standorten muss mit einem hohen Unterhaltungs- und Pflegeaufwand (z.B. auch für eine unfallsichere Beleuchtung) gerechnet werden. Auf welchen Betrag werden diese jährlich entstehenden Kosten geschätzt und wie sollen sie finanziert werden?

7. Welche freiwilligen Leistungen werden deshalb gekürzt werden?

8. Der Bahnhofsvorplatz ist Bestandteil einer städtebaulichen Planung. Gibt es hier - ähnlich wie in der Aussenanlage der neuen SUB - wegen des Schutzes geistigen Eigentums Einschränkungen der Umgestaltung?10

9. In der Verwaltungsvorlage FB41/0288/14 vom 27.06.2014 ist zusätzlich von einer "Stele" die Rede. Was ist damit gemeint, wie sind deren Ausmasse, aus welchem Material besteht sie und was soll darauf vermerkt sein?

10. Warum musste das Verfahren noch vor den Sommerferien in derartiger Eile durchgepeitscht werden?

11. Es gibt Formen der Bürgerbeteiligung, die auf freiwilliger Grundlage auf unterschiedliche Arten eine Konsultation der Bürgerschaft ermöglichen. Weshalb wurde hier nicht ein solches Instrument eingesetzt?

10 1995 gewann das Architekturbüro Kellner, Schleich, Wunderling (Hannover) den Gestaltungswettbewerb der Stadt Göttingen für den Bahnhofsvorplatz. Das Büro wurde vor dem Ratsbeschluss über das Kunstobjekt Möbus nicht angefragt und hat uns mitgeteilt (eMail vom 22.08.2014), dass niemand behaupten dürfte, dass sie mit der Aufstellung einverstanden seien.

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